Für wen ist diese Seite?
Diese Lehr-Lern-Gelegenheit kann von allen interessierten Menschen eigenständig erkundet werden. Darüber hinaus kann sie flexibel sowohl in Ausschnitten als auch als Ganzschrift in den Schulunterricht (Sekundarstufe II) und in die Hochschullehre (Einführungsmodule) integriert werden. Dabei ist der Einsatz nicht auf den Philosophie- und Ethikunterricht eingeschränkt, in dem die Schriften Kants ohnehin behandelt werden. Vielmehr lässt sich die Lehr-Lern-Gelegenheit ausgezeichnet auch in fachübergreifende und fächerverbindende Unterrichtseinheiten integrieren. Sie ermöglicht neben der Einübung philosophischer Kompetenzen im engeren Sinne (z.B. hermeneutische, begriffsanalytische, argumentative Kompetenzen) auch die Einbindung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die beispielsweise im Deutsch-, Geschichts-, Sozialkunde- oder auch Politikunterricht vermittelt werden (z.B. die Fähigkeit, den Bedeutungswandel von Worten zu erschließen oder komparatives Wissen über Regierungsformen in Diskussionen einzubringen).
Was kann erreicht werden?
Das übergeordnete Ziel ist es, Lernenden einen didaktisch aufbereiteten Zugang zum Aufklärungstext zu ermöglichen. Dabei werden wichtige Begriffe vermittelt und Kompetenzen gefördert, die über die Erschließung des Textes hinaus selbständig und auch (selbst)kritisch eingesetzt werden können.
Die konkreten Lernziele sind folgende:
- Die Leser:innen kennen zentrale Begriffe der Kantischen Philosophie und politischen Theorie (z.B. Verstand/Vernunft, Mündigkeit, öffentlicher/privater Vernunftgebrauch, Freiheit, Pflicht, Würde)
- Sie rekonstruieren Argumente und Argumentationen (z.B. mithilfe von Wörtern, die Argumente anzeigen)
- Sie erwerben kontextrelevantes historisches Wissen über Personen, Ereignisse und Bewegungen (u.a. Friedrich II., die europäische Aufklärung) sowie über soziale und politische Verhältnisse (Monarchie, Republik) für die Erschließung des Textes
- Sie erschließen Metaphern und Analogien (z.B. Gängelwagen, Probierstein) sowie nicht mehr gebräuchliche Wortbedeutungen des 18. Jh.s (z. B. räsonnieren)
- Sie diskutieren selbständig und selbstkritisch aktuelle Themen (z.B. Geschlechtergerechtigkeit) oder Bewegungen (z.B. Klimabewegung)
Mit welchen Mitteln und Methoden?
Die Lehr-Lern-Gelegenheit führt durch die zehn Abschnitte des Aufklärungstextes. Zur besseren Orientierung haben Zwischenüberschriften formuliert, die es im Original nicht gibt. Dabei finden sich an ausgewählten Stellen mithilfe sogenannter „Pop-ups“ kleine Reflexionspausen. Sie sollen helfen, zentrale Begriffe zu klären, Schlüsselargumente zu erfassen oder auch Leerstellen und kontroverse Ansichten kritisch zu diskutieren. In die Pop-ups sind u.a. kleine Rätsel und Übungen, Bilder sowie weiterführende Verlinkungen eingefügt. Darüber hinaus werden Rechercheaufgaben und Fragen vorgeschlagen, die über den Text hinausgehen und Diskussionen anregen können, die uns auch heute betreffen und interessieren. Welche konkreten Diskussionsformate, Sozialformen und mediale Aufbereitungen dazu verwendet werden, liegt in der Entscheidung der jeweiligen Lehrperson.
Für weitere fachwissenschaftliche und fachdidaktische Hinweise zum Umgang mit dem Aufklärungstext siehe Falk Bornmüller / Peggy H. Breitenstein / Annett Wienmeister, »Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?«, in: Sophia Gerber / Melanie Heise / Markus Tiedemann (Hg.): Ganzschriften im Philosophie- und Ethikunterricht. Anachronismus in Zeiten der Digitalisierung oder Gegengewicht zur Häppchenkultur? (=Jahrbuch für Didaktik der Philosophie und Ethik 22 (2022)). Dresden: Thelem, S. 13-37.

























